12.2.04
11.02.2004, 16:35, kurz vor Bremerhaven Hbf
Der RE aus Osnabrück fährt in Bremen pünktlich(!) ab und steht nun pünktlich vor der Einfahrt zum Bremerhavener Hauptbahnhof. Die Zeit im Zug habe ich genutz, um in meinem neu erworbenen Taschenbuch "Das Bahnhasserbuch" (ISBN 3-426-77702-9) zu lesen.
Sehr tröstlich, die Lektüre, denn bisher war ich der Meinung, alles Bahn-Leid konzentriert sich auf mich. Was die Autoren in ihrem Buch berichten schlägt meine Erlebnisse um Längen.
Trotzdem finde ich mich auf jeder Seite wieder, speziell wenn es um den Zeitdiebstahl geht, ein Punkt, der auch mich am meisten ärgert ...
"Wegen belegter Gleise verzögert sich die Weiterfahrt um fünf bis zehn Minuten ..." tönt es aus dem Lautsprecher des RE.
Na super, denke ich, da stehste in Sichtweite zur Nordseebahn und musst zusehen, wie sie abfährt. Als der RE dann endlich einfährt und die Nordseebahn trotz der Verspätung noch auf dem Gleis gegenüber wartet, stehe ich zwar immer noch unter Stress, freue mich aber, dass ich nicht wieder eine Stunde auf den nächsten Anschluss warten muss.
Zu früh gefreut. Nun fährt die Nordseebahn nicht ab. Und nun kommt's: "Aufgrund von ALLGEMEINEN VERSPÄTUNGEN verzögert sich die Weiterfahrt unseres Zuges ....", tönt die freundliche Stimme des Triebwagenführers aus dem Lautsprecher. Was um alles in der Welt sind "allgemeine Verspätungen"? Ist die Wortwahl Absicht? Damit sich die Fahrgäste nicht ärgern sondern grübelnd die Wartezeit brücken? Während ich darüber nachsinne, sehe ich, wie alle Fahrgäste, die eigentlich mit dem RE zum Endbahnhof Lehe weiterfahren wollten, in unseren Zug wechseln. Der RE fährt also offensichtlich nicht mehr weiter. Nun wird es langsam eng, denn der Gegenzug wird in Dorum nicht ewig warten. Glück gehabt in der Bahnlotterie: Mit 12 Minuten Verspätung komme ich zu Hause an.
Noch 798 aufregende Tage liegen vor mir ...
Ein Beitrag von Peter |
12.2.04
10.2.04
09.02.2004, 15:50 Uhr, Bremen Hbf
"Der RE-14168 aus Osnabrück zur Weiterfahrt nach Bremerhaven-Lehe verspätet sich in der Ankunft um 10 bis 15 Minuten."
Als ich das höre, ist mir klar, dass ich wieder eine Stunde Freizeit dem Unternehmen Zukunft geopfert habe.
Damit wiederholt sich das Ereignis vom 05.02.2004 unter leicht veränderten Vorzeichen.
Neu war diesmal, dass die Zugbegeleiterin vor der Einfahrt in Bremerhaven rotzfrech verkündet, "In Bremerhaven haben sie Anschluss an die Regionalbahn nach Cuxhaven vom Bahnsteig gegenüber", wohl wissend, dass die zwei Minuten vorher abgefahren ist!
Noch 800 qualvolle Bahntage liegen vor mir. Allein der Gedanke ist schwer zu ertragen!
Ein Beitrag von Peter |
10.2.04
5.2.04
04.02.2004, 15:50 Uhr, Bremen Hbf
Der RE aus Osnabrück fährt überpünktlich auf Gleis 9 ein. Aber vorerst nicht mehr aus.
Mit der nuscheligen Durchsage "Wir haben eine technische Störung. Wenn Sie sich beeilen, dann erreichen Sie noch den Zug nach Bremerhaven auf Gleis 6" werden die Fahrgäste acht Minuten nach der planmäßigen Abfahrt aus dem RE-14168 herauskomplimentiert, wobei offen bleibt, ob der RE seine Fahrt weitersetzt oder nicht (gute Taktik: Fährt er nicht weiter, hat man wenigstens eine Alternative angeboten!).
Bereits jetzt steht fest, dass die Bahn mir wieder eine Stunde meiner knapp bemessenen Zeit stehlen wird - ohne Entschädigung, versteht sich.
Die doppelte Menge an Reisenden drängt sich also in den Bummelzug auf Gleis 6. Details dieser Horrorfahrt erspare ich dem Leser. In Bremerhaven angekommen, ist die Nordssebahn nach Cuxhaven natürlich längst weg. Warten. Zuhause anrufen. Beine in den Leib stehen.
Interessanterweise hat der RE, aus dem wir aussteigen mussten, seine Fahrt nach Bremerhaven-Lehe nicht in Bremen beendet, wie uns die Durchsage suggeriert hat, denn er kommt mit 25 Minuten Verspätung in Bremerhaven-Hbf doch noch an. Im Ergebnis hätte es zwar nichts geändert, aber wäre ich im RE sitzen geblieben, wäre die Fahrt nach Bremerhaven wenigstens komfortabler verlaufen ...
Auf dem zugigen Bahnsteig versuche ich meine Wut in den Griff zu bekommen und rechne aus, was ich für die 187,60 Euro, die meine Monatskarte inzwischen kostet, an Gegenleistung erhalte. Dieser Gedanken bringt mich noch mehr in Rage. Ich fahre mit dieser Monatskarte ca. zwanzigmal nach Bremen. Macht 9,38 Euro täglich oder 4,70 pro Fahrt. Magengeschwüre, Schlaflosigkeit und Verlust an Lebensfreude inklusive.
Was macht die Bahn mit den Einnahmen? Ich sehe nur, dass, von den Vorstandsgehältern abgesehen, an allen Ecken gespart statt investiert wird. Welche Prioritäten werden gesetzt? Statt Bahnhöfe für viel Geld auf Hochglanz zu polieren wäre doch eher eine bessere Wartung der Gleise und Loks angesagt, wenn schon kein Geld für Neuanschaffungen da ist! Oder nicht, Herr Mehdorn?
Bahnfahren wird immer mehr zu einer Lotterie. Eine Zeit lang habe ich es gewagt, den Zug um 7 Uhr morgens ab Wremen zu nehmen. Der Vorteil dabei: Ich könnte auf beiden Strecken den schnelleren RE nutzen. Wenn der, was oft genug vorkommt, nicht oder zu spät kommt, dann habe ich keine Alternative mehr, rechtzeitig nach Bremen zu kommen. Also zwinge ich mich halt um 4:50 Uhr aus dem Bett, damit ich zweieinhalb Stunden später den Arbeitsplatz erreiche.
Die Rückfahrt steckt voller Optionen: RE im Stundentakt ab 14 Uhr. Klingt verlockend! Nur welcher von denen fährt heute pünktlich? Soll ich eine Münze werfen?
Und noch qualvolle 805 Bahn-Tage liegen vor mir!
Ein Beitrag von Peter |
5.2.04
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